Grußwort von Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Rektor der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

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Karl-Dieter Grüske

Foto von Prof. Dr. rer. pol. Karl-Dieter Grüske

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Gäste,

im Namen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg begrüße ich Sie ganz herzlich zum ersten Erlanger Webkongress, der sich mit dem Thema Barrierefreiheit befasst. Ich freue mich, dass Sie der Einladung unseres Rechenzentrums so zahlreich gefolgt sind und in den nächsten beiden Tagen ein Thema erörtern, dessen Umsetzung immer dringlicher und auch immer konkreter wird. Gerade als Rektor der Hochschule ist es mir ein Anliegen, dass alle Menschen über möglichst viele Medien das Internet nutzen und somit auch auf die Angebote der Universität Erlangen-Nürnberg zugreifen können.
Mit ein paar wenigen Zahlen möchte ich Ihnen einen Eindruck vermitteln, wo Sie sich gerade befinden. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ist mit ihren Hauptstandorten auf die beiden Städte Erlangen und Nürnberg verteilt. Mit elf Fakultäten - davon zwei in Nürnberg und neun in Erlangen -, mit 265 Lehrstühlen, rund 25.800 Studierenden und insgesamt über 11.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist sie nicht nur die zweitgrößte Universität Bayerns, sondern auch der zweitgrößte Arbeitgeber in der Metropolregion Nürnberg. "Ableger" finden Sie noch in Bamberg (Sternwarte), Fürth (Zentralinstitut für Neue Materialien und Prozesstechnik) und mit einem Wassersportzentrum bei Pleinfeld. Sie stellt einen gewichtigen Faktor in Forschung und Lehre weit über die Region hinaus dar. Ihr hohes wissenschaftliches Potential macht die Friedrich-Alexander-Universität zu einem leistungsfähigen Partner für Wirtschaft und Kultur. Mit einem Ausgabevolumen von über 650 Millionen Euro trägt sie wesentlich zur Wirtschaftskraft der Region bei. Das über die Jahre gewachsene vielfältige Fächerangebot der Universität Erlangen-Nürnberg bietet die einzigartige Chance, interdisziplinäre, über Fakultätsgrenzen hinweg arbeitende Kompetenzzentren und Zentralinstitute einzurichten. Verwurzelt in der klassischen humanistischen Bildung und aufgeschlossen für gesellschaftliche und technologische Veränderungen, will die Friedrich-Alexander-Universität der Aufgabe gerecht werden, dem Fortschritt mit Umsicht und Verantwortungsbewusstsein den Weg zu bereiten. Dazu gehört auch, dass möglichst alle Menschen die Chance erhalten, die Vorteile der neuen digitalen Medien für sich zu erkunden und zu nutzen.

In der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts ist Barrierefreiheit mehr als nur behindertenfreundlicher Zugang zu Verkehrsmitteln, Einrichtungen und traditionellen Medien. Mit dem neudeutschen Begriff "Open Access" werden Funktionen beschrieben, die auch den Zugang zu neuen Medien, zu Online-Informationen und zum Internet umfassen. Auch unter den Nutzern der Internetseiten der Friedrich-Alexander-Universität sind viele Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen. Barrierefreiheit ist deshalb zu einer Maxime bei allen Webaktivitäten in der Hochschule geworden. Bei allen Neugestaltungen und Modernisierungen von Webauftritten wird deshalb verstärkt Wert darauf gelegt, Barrieren möglichst zu vermeiden. Vorreiter innerhalb der Hochschule war das Rechenzentrum, das zwischenzeitlich auch mit dem Biene-Award für seinen Einsatz belohnt wurde. Für mich als Wirtschaftswissenschaftler ist auch ein weiterer Aspekt des Themas von großem Interesse: Mit barrierefreiem Internet und barrierefreiem Webdesign gehen wirtschaftliche Vorteile einher, da sie die Reichweite von Internetpräsenzen erhöhen und durch "schlanke" Programmierung für kürzere Ladezeiten, geringere Kosten und in der Regel für eine höhere Akzeptanz sorgen. Die Friedrich-Alexander-Universität will diesen wichtigen Trend Barrierefreiheit in einem der größten Wachstumsmärkte weltweit nicht verpassen. Das Thema dieses Webkongresses zeigt, dass die Hochschule und sein Rechenzentrum die Wichtigkeit eines barrierefreien Internets längst erkannt haben.

Abschließend möchte ich mich noch bei den Organisatoren, Sponsoren und Unterstützern dieses Kongresses bedanken. Dazu zählen vor allem die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, die Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, die IuK-Leitstelle des Bayerischen Staatsministeriums des Innern und das Aktionsbündnis barrierefreies Internet.
Ich hoffe, die gemeinsamen Tage in Erlangen sorgen auch dafür, die Entscheidungsträger in Ministerien, Behörden, Organisationen und Verbänden für eine weitere Umsetzung der Barrierefreiheit zu gewinnen. Die Friedrich-Alexander-Universität wird dies bei ihren Internetaktivitäten tun. Ich wünsche dem Kongress einen spannenden und erfolgreichen Verlauf und hoffe, dass er zur Nachahmung anregt.

Ihr
Karl-Dieter Grüske